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Medienmitteilung des Regierungsrates
vom 30. Oktober 2003

Projekt für ein Musikzentrum in der ehemaligen Inselklinik Rheinau soll konkretisiert werden

Der Regierungsrat hat die nächsten Schritte bei der Neunutzung der ehemaligen Inselklinik Rheinau festgelegt. Einerseits wird das Projekt Musikzentrum weiterverfolgt und für die weitere Konkretisierung, die Bildung einer Trägerschaft und die Erarbeitung eines Businessplans eine Projektleitung gesucht. Anderseits werden in nicht benötigten Räumen orts- und betriebsverträgliche Ergänzungsnutzungen zugelassen.

Der Regierungsrat entschied sich abgestützt auf zwei Machbar-keitsstudien aus mehreren Gründen für die Weiterverfolgung des Projekts Musikzentrum. Ein Musikzentrum als Ort der Begegnung von Musizierenden und Musikinteressierten gibt es heute in dieser Form noch nicht. Im Vergleich zum verworfenen Projekt für eine Verwaltungs-akademie sind die Anforderungen an das Gebäude und an die Er-schliessung mit öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln bedeutend bescheidener und je nach Ausrichtung des Projekts auch variabler. Es ist geplant, das Musikzentrum Rheinau als Zentrum für Musik der anspruchsvollen Art mit einem reichen Angebot an Ausbildung, Weiter-bildung, Konzerten und Begegnungen von Musizierenden und Musik-interessierten zu positionieren. Es soll Eigenveranstaltungen anbieten (Seminare, Konzerte, Wettbewerbe) und Raum für Fremdveran-staltungen (Chor-/Orchester-Probeweekends usw.) zur Verfügung stel-len. Zudem soll das Musikzentrum auch als Residenz für Ensembles, Institutionen oder Formationen dienen und durch ein Klos-termuseum und weitere kulturelle inderdisziplinäre Veranstaltungen ergänzt werden. Dieses Nutzungsmodell verkörpert das Ergebnis der Arbeitsgruppe Dr. Arthur Liener, die für die Erarbeitung knapp 20 Persönlichkeiten aus der Schweizer Musikszene sowie den Gemeindepräsidenten von Rheinau einbezog. Diese Arbeitsgruppe hat damit ihren Auftrag erfüllt und kann nun aufgelöst werden.

Der Regierungsrat wird nun eine Person oder eine Organisation beauftragen, die Neunutzung der Klostergebäude Rheinau auf der Basis des Nutzungsmodells der Arbeitsgruppe Liener zu vertiefen und mit einem Projektvorschlag zu konkretisieren. Dabei sollen die Einrichtung und der Betrieb soweit möglich selbsttragend sein, was eine Trägerschaft erfordert, die in der Lage ist, ein solches Zentrum wirtschaftlich tragbar zu betreiben. Zudem sollen nicht alle zur Verfügung stehenden Räume schon in der Anfangsphase in Anspruch genommen werden. Diese sollen für orts- und betriebsverträgliche Ergänzungsnutzungen heran gezogen werden können, wie beispielsweise das von der Arbeits-gruppe Pro Insel Rheinau vorgeschlagene Museum. In die Projektarbeit einbezogen werden soll zudem die Konzeptskizze zum Thema «Festival geistlicher Musik und Begegnungsstätte der Weltreligionen», die der Intendant des Opernhauses, Alexander Pereira, vorgelegt hat. Der Regierungsrat hat die Finanzdirektion ermächtigt, für das Projekt «Musikzentrum» 500'000 Franken im Novemberbrief einzustellen.

Die Arbeiten an der Neunutzung der früheren Inselklinik waren im Jahr 2000 gestartet worden. Nach der Prüfung verschiedener Ideen und der Erarbeitung eines Grobkonzepts hatte der Regierungsrat das Europa Institut der Universität Zürich und eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Arthur Liener beauftragt, Machbarkeitsstudien für eine Ver-waltungsakademie und für das Musikzentrum auszuarbeiten. Bereits im Frühling dieses Jahres ihren Betrieb aufgenommen hat das von der Stiftung St. Magdalena gemietete «Haus zur Stille» im ehemaligen Aufnahmegebäude der Inselklinik.

 

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