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Rheinauer Brief

        Nummer 10

vom Juli 2006

 

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Licht am Horizont  Das Musikzentrum ist machbar

Interview mit dem Generalsekretär der Finanzdirektion ZH  Medienmitteilung des Regierungsrates

 

 

Das Musikzentrum
ist machbar

Musik auf dem Rhein am 19.08.2005

Vor wenigen Tagen hat der Regierungsrat mit seiner Medienmitteilung zur Idee des Musikzentrums Rheinau signalisiert, dass ein wichtiger Meilenstein
auf dem Weg zur Neunutzung der Klosterinsel erreicht worden ist.

Nach intensiven Abklärungen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, an der sich renommierte Fachleute beteiligt haben, kommt die Zürcher Regierung nämlich zum Schluss, dass ein Musikzentrum in Rheinau sinnvoll und machbar ist.

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Pro Insel Rheinau ist über dieses Zwischenergebnis erfreut, denn die Projektidee erfüllt in idealer Weise unsere Vision einer nachhaltigen Nutzung der ehemaligen Benediktinerabtei in einer würdigen und dem Charakter des Ortes angepasstenWeise.

In diesem Sinne freuen wir uns auf die nächsten Schritte und nehmen mit Genugtuung zur Kenntnis, dass die im Rahmen des «Rheinauer Manifests» vorgetragenen Anliegen der Rheinauer Behörden, Vereine, politischen Parteien und Interessengruppierungen beim Regierungsrat Gehör gefunden haben. Aber auch wir von Pro Insel Rheinau wollen nicht untätig bleiben und laden daher unsere geschätzten Vereinsmitglieder und möglichst viele weitere Interessierte an die bereits zur Tradition gewordene Veranstaltung «Musik auf dem Wasser» am Freitag, 18. August und zu einer weiteren Führung durch das Kloster Rheinau am Sonntag, 27. August ein.

Markus Gross, Präsident

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Medienmitteilung des Regierungsrates

 

Klosterinsel aus Osten

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Stuckdecke im Winterrefektorium
Kranken-Nebenzimmer im alten Konventbau
Neuer Kapitelssaal
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Decke im «Kardinalsszimmer»
Alter Kapitelssaal

 

«Der Regierungsrat will die Idee eines Musikzentrums auf der Klosterinsel Rheinau vertieft weiterverfolgen. Eine Machbarkeitsstudie der Zürcher Hochschule Winterthur ist zum Schluss gekommen, dass es realistisch ist, auf der Klosterinsel Rheinau künftig ein Musikzentrum, verbunden mit Hotellerie und einem Bildungszentrum, zu betreiben. In Anbetracht derTragweite und Komplexität des Projektes hat der Regierungsrat den Auftrag gegeben, Teilaspekte der Studie, insbesondere die finanzielle Seite, in den nächsten Monaten durch bisher unbeteiligte Fachleute überprüfen zu lassen.

Das geplante Musikzentrum, in seiner Art in der Schweiz bisher einzigartig, soll bestehende Organisationen, Institutionen, Schulen und Infrastrukturen schweizweit und grenzüberschreitend ergänzen. Mit seiner nationalen und internationalen Ausstrahlung soll es einen nachhaltigen Beitrag leisten zur Förderung und Stärkung der für die Entwicklung der Gesellschaft und der Individuen so bedeutungsvollen Musik. Die unter der Leitung der Zürcher Hochschule Winterthur erstellte Machbarkeitsstudie sieht auf der Musikinsel Rheinau die Leistungsangebote Musik, Museen und Gastronomie/ Hotellerie undAusbildungszentrum vor.

Zusammentreffen verschiedenster Kreise von Musikinteressierten in schöpferisch einmaliger Ambiance

Die Vielfalt des Angebotes und das Zusammentreffen der verschiedensten Kreise bis zum musikinteressierten Zuhörer bei offenen Proben und an Konzerten machen die Einmaligkeit des geplanten Zentrums aus. Für die Elite finden Meisterkurse und internationale Instrumentalistentreffen statt, Berufsmusiker treffen sich zu Intensivproben ebenso wie Amateure, Musikhochschulen finden einen Ort für Zusammenarbeit. Die Musikschulen können ihre Musiklager durchführen, und Lehrpersonen finden hier die Infrastruktur und die fachliche Unterstützung für ihre Musik-Klassenlager. Ihnen allen stehen neben den notwendigen Fachleuten Proberäume und Vortragssäle, ein Instrumentenservice und einTonstudio zur Verfügung.

Interaktive Erlebnisausstellung für breite Bevölkerungskreise

Als Ergänzung zum Musikangebot liegen verschiedene Ideen vor. Eine interaktive Erlebnisausstellung zum Thema Musik, Klang und Töne soll zum Beispiel breite
Bevölkerungskreise ansprechen. Geplant sind zudem eine Instrumentensammlung, die durch die anwesenden Musiker auch benützt werden kann und Wechselausstellungen zu Musikthemen. Ein kleines Klostermuseum soll die Besuchenden in die Vergangenheit des kulturhistorisch bedeutungsvollen Ortes einführen und ihm Zugang zu den wertvollsten Räumen verschaffen.

Gastrobetrieb für Tages- und Wochengäste

In der Machbarkeitsstudie ist ein flexibler Hotel- und Gastronomiebetrieb vorgesehen, der auf die Bedürfnisse des gesamten Zielpublikums ausgerichtet ist. Die Infrastruktur mit einem gehobenen Restaurant mit 180 Plätzen und einem Selbstbedienungsbistro mit 50 Plätzen soll auch geeignet sein für die Durchführung weiterer kultureller Veranstaltungen sowie Seminare. Im Hotelbereich sind 92 Zimmer geplant, die sowohl als Einer- als auch als Doppelzimmer genutzt werden können. Einzelne Zimmer sollen bei Bedarf für Gruppen zu Vierbetten-Zimmern erweitert werden können, was Übernachtungsmöglichkeiten für maximal 250 Personen ergibt.

Nutzung aller auf der Insel noch zur Verfügung stehender Räume

Für dieses breite Angebot werden alle auf der Insel noch verfügbaren Räumlichkeiten genutzt (rund 500 Räume). Auf dem Festland müssen die Parkplätze sowie allenfalls noch Räumlichkeiten für die technische Infrastruktur vorgesehen werden. Überdies kann auf dem Festland später ein Konzertsaal gebaut werden. Es muss noch abgeklärt werden, ob dafür ein Neubau notwendig ist oder eine bestehende Scheune genutzt werden kann. Die verkehrsmässige Erschliessung soll so gestaltet werden, dass die Belastung des Dorfkernes tragbar bleibt.

Investitionen in der Höhe von 50 bis 60 Millionen Franken

Für die notwendigen Investitionen muss mit Kosten in der Grössenordnung von 50 bis 60 Millionen Franken gerechnet werden; davon müssen 16 Millionen Franken für die reine Werterhaltung der Gebäude aufgewendet werden. Die Machbarkeitsstudie schlägt die Finanzierung der Investitionen durch den Lotteriefonds und private Sponsoren vor sowie – soweit es die reine Werterhaltung betrifft – durch den Kanton als verantwortlichem Eigentümer der Immobilien. Trotz dieser einmaligen Finanzierung der Investitionen dürfte es aus heutiger Sicht nicht möglich sein, das Musikzentrum kostendeckend zu betreiben. Die Studie rechnet mit einem jährlichen Betriebsdefizit von zwei bis drei Millionen Franken, dessen Finanzierung ebenfalls gesichert sein muss.

Stiftung als Trägerin

Mit dem Musikzentrum soll nicht einfach eine weitere kantonal zürcherische Institution geschaffen werden. Der Kanton soll zwar Eigentümer der Insel und der Immobilien bleiben, sie aber an eine breit abgestützte Stiftung vermieten, die als Trägerin fungieren soll. Eine einheitliche Führung auf der Insel im Auftrag dieser Stiftung soll den nachhaltigen und finanziell geordneten Betrieb sicherstellen.

Berücksichtigung der Anliegen der lokalen Bevölkerung

Die Neunutzung der Insel kann auch die Akzeptanz und Unterstützung der Rheinauer Bevölkerung finden. Mit ihrem «Rheinauer Manifest» haben im Februar 2006 37 Rheinauer Behörden, Vereine, politische Parteien und Interessengruppierungen den Regierungsrat aufgefordert, die notwendigen Entscheide zu treffen, damit wieder Leben auf der Klosterinsel einkehrt, das der Vergangenheit würdig ist und neue Arbeitsplätze schafft.

Vor definitivem Entscheid werden unabhängige Zweitmeinungen eingeholt

Die Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass es realistisch ist, auf der Klosterinsel Rheinau künftig ein Musikzentrum zu betreiben. Der Regierungsrat geht auf Grund der bisherigen vielen positiven Reaktionen und Anfragen verschiedenster Kreise davon aus, dass ein echtes Bedürfnis nach den angebotenen Leistungen in der vorgeschlagenen Form besteht.

Der Regierungsrat hat beschlossen, das Projekt Musikinsel Rheinau gestützt auf die Machbarkeitsstudie weiter voranzutreiben. In Anbetracht der Tragweite und Komplexität des Projektes hat er den Auftrag gegeben, im Sinne von «second opinions» Teilaspekte der Studie in den nächsten Monaten durch bisher unbeteiligte Fachleute kritisch überprüfen zu lassen. Dies betrifft unter anderem die Bereiche Wirtschaftlichkeit, Investitionsbedarf, Kostenvarianten, Verkehrskonzept und Trägerschaft.

Anschliessend wird der Regierungsrat über das Projekt entscheiden können. Zur Zeit ist noch offen, wie viel Zeit der darauf folgende politische Entscheidungsprozess, die Detailprojektierung sowie die Realisierung in Anspruch nehmen wird.»

Medienmitteilung des Regierungsrates vom 22.06.06

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