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Medienmitteilung des Regierungsrates

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«Der Regierungsrat will die Idee eines Musikzentrums
auf der Klosterinsel Rheinau vertieft
weiterverfolgen. Eine Machbarkeitsstudie der
Zürcher Hochschule Winterthur ist zum Schluss
gekommen, dass es realistisch ist, auf der
Klosterinsel Rheinau künftig ein Musikzentrum,
verbunden mit Hotellerie und einem Bildungszentrum,
zu betreiben. In Anbetracht derTragweite
und Komplexität des Projektes hat der Regierungsrat
den Auftrag gegeben, Teilaspekte der Studie,
insbesondere die finanzielle Seite, in den nächsten
Monaten durch bisher unbeteiligte Fachleute
überprüfen zu lassen.
Das geplante Musikzentrum, in seiner Art in der
Schweiz bisher einzigartig, soll
bestehende Organisationen, Institutionen,
Schulen und Infrastrukturen schweizweit
und grenzüberschreitend ergänzen. Mit
seiner nationalen und internationalen Ausstrahlung soll
es einen nachhaltigen Beitrag leisten zur Förderung und
Stärkung der für die Entwicklung der Gesellschaft und
der Individuen so bedeutungsvollen
Musik. Die unter der Leitung der Zürcher
Hochschule Winterthur erstellte
Machbarkeitsstudie sieht auf der Musikinsel
Rheinau die Leistungsangebote Musik,
Museen und Gastronomie/ Hotellerie
undAusbildungszentrum vor.
Zusammentreffen verschiedenster Kreise von
Musikinteressierten in schöpferisch einmaliger
Ambiance
Die Vielfalt des Angebotes und das Zusammentreffen
der verschiedensten Kreise bis zum
musikinteressierten Zuhörer bei offenen Proben
und an Konzerten machen die Einmaligkeit des
geplanten Zentrums aus. Für die Elite finden
Meisterkurse und internationale
Instrumentalistentreffen statt, Berufsmusiker
treffen sich zu Intensivproben ebenso wie
Amateure, Musikhochschulen finden einen Ort
für Zusammenarbeit. Die
Musikschulen können ihre Musiklager durchführen,
und Lehrpersonen finden hier die Infrastruktur und die
fachliche Unterstützung für ihre
Musik-Klassenlager. Ihnen allen stehen neben
den notwendigen Fachleuten Proberäume und
Vortragssäle, ein Instrumentenservice und
einTonstudio zur
Verfügung.
Interaktive Erlebnisausstellung für breite
Bevölkerungskreise
Als Ergänzung zum Musikangebot liegen verschiedene
Ideen vor. Eine interaktive
Erlebnisausstellung zum Thema Musik, Klang und
Töne soll zum Beispiel breite
Bevölkerungskreise ansprechen. Geplant sind zudem
eine Instrumentensammlung, die durch
die anwesenden Musiker auch benützt werden
kann und Wechselausstellungen zu Musikthemen.
Ein kleines Klostermuseum soll die
Besuchenden in die Vergangenheit des
kulturhistorisch bedeutungsvollen Ortes
einführen und ihm Zugang zu den wertvollsten
Räumen verschaffen.
Gastrobetrieb für Tages- und Wochengäste
In der Machbarkeitsstudie ist ein flexibler Hotel- und
Gastronomiebetrieb vorgesehen, der auf die Bedürfnisse
des gesamten Zielpublikums ausgerichtet ist. Die
Infrastruktur mit einem gehobenen
Restaurant mit 180 Plätzen und einem
Selbstbedienungsbistro mit 50 Plätzen soll
auch geeignet sein für die Durchführung
weiterer kultureller Veranstaltungen sowie
Seminare. Im Hotelbereich sind 92 Zimmer
geplant, die sowohl als Einer- als auch als
Doppelzimmer genutzt werden können.
Einzelne Zimmer sollen bei Bedarf für
Gruppen zu Vierbetten-Zimmern erweitert werden
können, was Übernachtungsmöglichkeiten für
maximal 250 Personen ergibt.
Nutzung aller auf der Insel noch zur
Verfügung stehender Räume
Für dieses breite Angebot werden alle auf der Insel
noch verfügbaren Räumlichkeiten genutzt
(rund 500 Räume). Auf dem Festland müssen die
Parkplätze sowie allenfalls
noch Räumlichkeiten für die technische
Infrastruktur vorgesehen werden. Überdies kann
auf dem Festland später ein Konzertsaal gebaut
werden. Es muss noch abgeklärt werden, ob
dafür ein Neubau notwendig ist oder eine bestehende Scheune
genutzt werden kann. Die verkehrsmässige Erschliessung
soll so gestaltet werden, dass die
Belastung des Dorfkernes tragbar bleibt.
Investitionen in der Höhe von 50 bis 60
Millionen Franken
Für die notwendigen Investitionen muss mit Kosten in
der Grössenordnung von 50 bis 60
Millionen Franken gerechnet werden; davon
müssen 16 Millionen Franken für die reine
Werterhaltung der Gebäude aufgewendet werden.
Die Machbarkeitsstudie schlägt die
Finanzierung der Investitionen durch den
Lotteriefonds und private Sponsoren vor sowie
– soweit es die reine Werterhaltung betrifft –
durch den Kanton als verantwortlichem
Eigentümer der Immobilien. Trotz dieser
einmaligen Finanzierung der Investitionen
dürfte es aus heutiger Sicht nicht möglich
sein, das Musikzentrum kostendeckend zu
betreiben. Die Studie rechnet mit einem
jährlichen Betriebsdefizit von zwei
bis drei Millionen Franken, dessen Finanzierung
ebenfalls gesichert sein muss.
Stiftung als Trägerin
Mit dem Musikzentrum soll nicht einfach eine weitere
kantonal zürcherische Institution geschaffen werden.
Der Kanton soll zwar Eigentümer der Insel und der
Immobilien bleiben, sie aber an eine breit abgestützte
Stiftung vermieten, die als Trägerin fungieren soll.
Eine einheitliche Führung auf der Insel im Auftrag
dieser Stiftung soll den nachhaltigen und finanziell
geordneten Betrieb sicherstellen.
Berücksichtigung der Anliegen der lokalen
Bevölkerung
Die Neunutzung der Insel kann auch die Akzeptanz
und Unterstützung der Rheinauer
Bevölkerung finden. Mit ihrem «Rheinauer
Manifest» haben im Februar 2006 37
Rheinauer Behörden, Vereine, politische
Parteien und Interessengruppierungen den Regierungsrat
aufgefordert, die notwendigen Entscheide zu
treffen, damit wieder Leben auf der Klosterinsel
einkehrt, das der Vergangenheit würdig ist und neue
Arbeitsplätze schafft.
Vor definitivem Entscheid werden
unabhängige Zweitmeinungen eingeholt
Die Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass es
realistisch ist, auf der Klosterinsel Rheinau künftig ein
Musikzentrum zu betreiben. Der Regierungsrat geht
auf Grund der bisherigen vielen positiven Reaktionen
und Anfragen verschiedenster Kreise davon aus, dass
ein echtes Bedürfnis nach den angebotenen Leistungen
in der vorgeschlagenen Form besteht.
Der Regierungsrat hat beschlossen, das Projekt
Musikinsel Rheinau gestützt auf die Machbarkeitsstudie
weiter voranzutreiben. In Anbetracht der Tragweite
und Komplexität des Projektes hat er den
Auftrag gegeben, im Sinne von «second
opinions» Teilaspekte der Studie in den
nächsten Monaten durch bisher unbeteiligte
Fachleute kritisch überprüfen zu lassen. Dies
betrifft unter anderem die Bereiche
Wirtschaftlichkeit, Investitionsbedarf,
Kostenvarianten, Verkehrskonzept
und Trägerschaft.
Anschliessend wird der Regierungsrat über das Projekt
entscheiden können. Zur Zeit ist noch offen, wie viel
Zeit der darauf folgende politische Entscheidungsprozess,
die Detailprojektierung sowie die Realisierung
in Anspruch nehmen wird.»
Medienmitteilung des Regierungsrates vom 22.06.06 |